Mit dem Klapp-Bulli nach Italien

Meine Opa wurde 1944 als 16-jähriger zur Wehrmacht eingezogen und sollte in Italien retten, was nicht mehr zu retten war. Gerne hörte und höre ich seine Geschichten, die meist harmloser klangen als sie vermutlich waren. Zum Beispiel von seiner abenteuerlichen Flucht zurück ins zerstörte Deutschland.

Besonders viele Geschichten hörte ich 1991, für mich der erste Sommer der offenen Grenzen. Mein Opa hatte immer den Traum, noch einmal Italien zu besuchen, den Ort, an dem er vermutlich erwachsen wurde. In der DDR war das nie verwirklichbar. Aber dann fiel die Mauer und wir kauften uns genauso einen VW-Bus, wie er oben zu sehen ist. Mit einer Ausnahme: er war gelb. Die erste Reise ging dann selbstverständlich nach Italien.

Für mich als Zehnjähriger war schon die Tatsache erstaunlich mit so einer fahrbaren Wohnung umherzufahren. Man hatte schließlich einen Kühlschrank, einen Herd, eine Toilette und vier Schlafgelegenheiten. Und dann zum ersten Mal Urlaub im Westen. Bis nach Neapel. Meine Mutter ist heute noch stolz darauf, mit dem Verkehr dort zurechtgekommen zu sein.

Und ich sah Palmen. In natura. Unglaublich.

Aus mir unbekannten Gründen haben wir ihn irgendwann verkauft. Ich liebte diesen Bus.

(Bild via kfmw)

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